Drei Figuren.
Unsere Figuren sind das Herz unserer Narrenzunft. Seit der Gründung der Burgalai-Geister entstehen unsere Figuren nicht am Reißbrett. Sie wurden aus regionalen Sagen, historischen Überlieferungen und der Geschichte Wurmlingens entwickelt. Jede Figur besitzt ihren eigenen Charakter, ihre eigene Geschichte und eine unverwechselbare Ausstrahlung.
Der Burgalai-Geist
Aus einer Sage wurde unsere Symbolfigur. Der Burgalai-Geist geht auf eine alte Erzählung zurück. Im ehemaligen Waldgebiet „Burgalai“ zwischen Wurmlingen und Kiebingen soll einst eine geheimnisvolle Gestalt ihr Unwesen getrieben haben. Besonders Kinder wurden mit Geschichten über den unheimlichen Geist zur Vorsicht ermahnt. Aus dieser Sage entstand die Figur, die heute das Gesicht unserer Narrenzunft ist.
Der Burgalai-Geist ist heute die am häufigsten vertretene Figur innerhalb der Zunft. In Anlehnung an seinen sagenhaften Ursprung im Wald ist das Häs überwiegend in Braun- und Grautönen gehalten. Die Maske ist aus Lindenholz geschnitzt und mit einem Castorrex-Fell versehen.
Zur Tracht gehören eine lange braune Hose, die auf einer Seite mit einem handgemalten Dachs verziert ist, während die andere Seite mit grau-weißen Fransen und kleinen Glöckchen ausgestattet ist. Ergänzt wird das Häs durch ein graues Lodenhemd, schwarze Handschuhe sowie schwarze Schuhe.
Als charakteristisches Zubehör trägt der Burgalai-Geist einen individuell gestalteten Stock, an dessen Ende eine Saubloder (Schweinsblase) befestigt ist. Zusätzlich ist um die Taille eine Felltasche gebunden, die zur Aufbewahrung von Bonbons und Konfetti dient.
Das Kräuter-Bäsle
Die Hüterin alten Wissens. Das Kräuter-Bäsle erinnert an die Wurmlinger Kräuterfrauen, deren Wissen über Heilpflanzen weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt war. Generationen gaben ihre Erfahrungen weiter und machten aus der Natur eine wertvolle Apotheke. Diese Tradition lebt heute in einer der beliebtesten Figuren unserer Narrenzunft weiter.
So sammelten sie Quitten am Kapellenberg zur Behandlung bestimmter Leiden, Johanniskraut zur Unterstützung bei Verstauchungen, Prellungen, rheumatischen Beschwerden oder Hexenschuss sowie Mönchspfeffer, der in einem Tümpel in Richtung Wendelsheim zu finden war und insbesondere bei männlichen Beschwerden Verwendung fand. Ergänzt wurde dieses Wissen durch die Herstellung eigener Brände und Liköre, etwa aus Holunder, Wacholder oder Schlehen.
Aus dieser überlieferten Tradition entwickelte sich zur Fasnet 2001 die Narrenfigur des Wurmlinger Kräuter-Bäsles, die seither fester Bestandteil der Narrenfreunde Wurmlingen ist.
Die Maske des Kräuter-Bäsles ist aus Lindenholz geschnitzt und in hellen Farbtönen gehalten. Sie zeichnet sich durch mandelförmige Augen aus. Als Kopfbedeckung trägt die Figur ein grün geflecktes Kopftuch sowie einen oder zwei Zöpfe in unterschiedlichen Farben.
Die Tracht besteht aus einem langen schwarzen Rock und einer schwarzen Bluse, ergänzt durch ein separates Rüschenelement. Darüber wird eine grüne Schürze mit einem Schößchen getragen, das mit verschiedenen Beeren, Kräutern und Pflanzen verziert ist. Abgerundet wird das Erscheinungsbild durch schwarze Schuhe und schwarze Handschuhe. Optional gehören ein kleines Handkörbchen oder ein Schirm zur Ausstattung der Figur.
Der Flegga-Gnom
Der Schelm mit der roten Nase. Nicht jede Geschichte beginnt mit einer Sage. Manche entstehen am Stammtisch. Der Flegga-Gnom erzählt von einem verschmitzten Unruhestifter, der mit seinen Streichen für Gesprächsstoff sorgte und sich am liebsten mit einem Glas Wurmlinger Wein besänftigen ließ. Heute bringt er augenzwinkernden Humor in die Wurmlinger Fasnet.
Besondere Aufmerksamkeit erregte die Person schließlich durch ihre auffallend rote Nase. Schnell wurde deutlich, dass sie sich ausschließlich durch den Genuss von Wurmlinger Wein besänftigen ließ – vorzugsweise beim eigenen Wurmlinger Weinfest.
Aus dieser Figur und den damit verbundenen Geschichten entwickelte sich zur Fasnet 2001 die Narrenfigur des Flegga-Gnoms, der seither fester Bestandteil der Narrenfreunde Wurmlingen ist.






